Hapi tumas long Vanuatu, das sagt es
eigentlich am besten: in Vanuatu ist es einfach toll. Der
Tourismus Polynesiens liegt weit im Kielwasser. Auch Tonga liegt
inzwischen 1000 Seemeilen hinter uns. Wir sind wieder in den
sonnigeren Norden gekommen, es ist warm hier. Kälte und Nässe
Tongas sind vergessen. Die Fahrt war rauh, wieder jede Menge
Wind, wieder 25 bis 30 Knoten die meiste Zeit, aber diesmal von
hinten! 1000 Seemeilen in einer Woche...
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| Port Vila ist eine kunterbunte
Mischung aus englischen und französischen Kolonialismus und dem
modernen unabhängigen Vanuatu. Auf dem Markt kann man Obst und
Gemüse bekommen, Baguettes im französischen Supermarkt und das
beste und billigste Fleisch im ganzen Pazifik! Was macht es
schon, wenn nicht alles so perfekt ist hier. Die Löcher in den
Gehwegen sind tief, die Bojen in der Hafeneinfahrt blinken nur
solange bis ihre solargeladene Batterie leer ist. Das ist meist
um Mitternacht der Fall. Die Einheimischen sind lustig und
freundlich. Von Spannungen merken wir hier nichts, fühlen uns
immer willkommen und respektiert.
Jetzt geht es aber erstmal in den
Norden Vanuatus.
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6.August.
Lamo Point, Ambryn, eben noch rollte KAVENGA vor dem
Südostpassat, der gestern und heute mal wieder mit über 30
Knoten weht, jetzt ein neunzig Grad Kurswechsel, Lamo Point
achteraus, und mit der restlichen Fahrt gleiten wir in den
Windschatten Ambryns. Keine Wellen mehr, glatte See, neben uns
die schwarze Insel der Zauberer und Vulkane, Ambryn. Der
Doppelvulkan Benbow und Marum liegt verschluckt von einer dicken
Wolken- und Dunstschicht. Schwarze Strände, Palmen, schwarze
Klippenküste, und wir fahren über ein spiegelglattes Meer.
Tiefgrüner Dschungel bedeckt Ambryn bis hinunter zum Meer.
Keine Menschen weit und breit. In einer winzigen Felsenbucht
vertäuen wir Kavenga dicht am Land. Am Ufer steigen
Dampfschwaden. Bucht
der heissen Quellen, dort, wo sich das brodelnde Wasser und das
Meer vermischen, dort hat das Wasser die richtige heisse
Badetemperatur. Nachts ist der Himmel klar, doch der Mond liegt
schwammig hinter der Dunstschicht Ambryns. Das Schwappen des
Meeres echot metallisch von den Felswänden neben uns.
Gespensterbucht, Bucht der schwarzen Schatten. Wir bleiben nur
eine Nacht, denn wir wollen das Schicksal nicht herausfordern!
Pentecost, Insel der Turmspringer,
wir treffen Chief Willy. Willy zeigt uns den Turm, den er
eigenhändig gebaut hat. Willy ist der beste Springer seines
Dorfes. In Asanvari im Süden der Insel Maewo veranstaltet Chief
Nelson ein Fest für die Segler. In Luganville auf der Insel
Espiritu Santo gehen wir am Wrack der zweihundert Meter langen
President Coolidge tauchen. Hapi tumas long Vanuatu...
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Zwei Wochen später sind wir ganz im Süden Vanuatus, in
Aneytium. Hierher kommen nur selten Segler, drei oder vier
Yachten im Jahr meint Toni, unser neuer Freund. Im Dorf findet
heute ein grosses Fest statt. Loni und ihre Freunde singen ein
Lied. Loni hat es selber komponiert, der Text erzählt von einer
Kanufahrt von Aneytium nach Port Vila, in Vanuatu Pidgin
natürlich, in Bislama.
Nomata solwata I
raf
Win I blou
Rain I fol toan
Be oli no frait no sek sek.
Bislama ist die
Sprache der Fantasie. Wer Fantasie hat, kann viel verstehen:
It does not matter,
that the saltwater is rough
Nomata solwota I raf
And that the wind (he) blows
Win I blou
And that the rain (he) falls (down)
Rain I fol toan
Nobody is afraid and nobody is sick
Be oli no frait no sek sek
Es macht nichts,
dass das Meer rauh ist,
Dass der Wind bläst
Dass der Regen fällt,
Niemand hat Angst, niemand ist krank.
Und das Kanu segelt,
segelt an Kwamera vorbei, segelt an Aniwa vorbei, weiter nach
Eromango und weiter nach Vila Harbour:
Bambae kenu ia I
out long Kwamera,
I pas out sait long Aniwa,
Mo Erromango,
Mo I kasem Vila Haba.
Und wir sind
glücklich darüber, und wir sind traurig, denn das Kanu ist
gefahren und wird nie wiederkommen:
I gud yumi glat,
I gud yumi sori,
Long kenu ia bambae I go,
I nomo kambak.
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 Toni
und seine Frau Jennifer zeigen Silke wie man aus Palmwedeln
Körbe flechtet. Ich gehe auf Langustenfang am Aussenriff.
Kavenga ankert in einer der schönsten Lagunen der Südsee. Im
Dorf sind wir jetzt ganz zu Hause. Wir essen Laplap und sehen
dem Bäcker beim Brotbacken zu. Doch es ist schon September, und
wir müssen weiter, denn wir wollen im Oktober zuhause in
Townsville sein.
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ZwischenPort Vila, wo wir
ausklarieren, und Townsville liegen noch zwei Riffe, die wir
anlaufen. Huon Riff, das Riff der Seeschildkröten, und
Chesterfield Riff. Chesterfield ist eine einzigartige Vogelwelt.
Niemand lebt hier, den Vögeln gehören die winzigen Motus ganz
alleine. Nachts erfüllt ihr Kreischen die Luft.
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Zum letzten Mal auf dieser Reise
gehen wir ankerauf. Segel hoch, Chesterfield Riff verschwindet
achteraus. Als einige Tage später nach herrlichem Passatsegeln
Land auftaucht ist es Australien. Am 12. Oktober 2000 legen wir
in Townsville an. Hinter uns liegen zwei Jahre an Bord von
Kavenga und 25,000 Seemeilen.
Wann wird es wieder auf grosse
Fahrt gehen? |
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