KAVENGAs Segeltrip durch Neu Guinea, Mikronesien und Palau

Im Oktober 1998 verließen wir Townsville, Australien, unseren Heimathafen. Geplant war, daß wir uns für ein paar Jahre im Pazifik herumtreiben würden, keine allzu feste Route, alles ein wenig offen. Wir, das sind unsere Kinder Klaas (17) und Britta (11), meine Frau Silke, und ich selbst, Torsten.

Der eine oder andere mag sich noch an uns erinnern. Zwischen 1984 und 1988 sind wir mit unserem Schiff SEETEUFEL von Deutschland nach Australien gesegelt und hatten auch öfter mal einen Brief an das T-O Magazin geschrieben. Das ist lange her und wir sind inzwischen echte Australier.

 

Wir haben jetzt ein neues Schiff namens KAVENGA, eine Reinke 13M. Jetzt im Oktober 1998 sollte es eigentlich direkt nach Misima in den Louisiaden gehen, doch der Wind kam recht weit nördlich statt aus Südost und wir landeten in Samarai, dem alten Verwaltungsort vom früheren Papua. Hier erlebten wir eine angenehme Überraschung: obwohl Samarai seit wohl circa zwanzig Jahren kein Einklarierungsort mehr ist, war dort doch ein Zöllner, der uns schnell und freundlich einklarierte. Von Samarai ging es in einigen Tagestrips nach Misima. Die Louisiaden sind ein sehr schönes Segelrevier mit einer Vielzahl kleiner Inselchen und jeder Menge Riffe zum Tauchen. Leider nahte die Cyclone Season mit großen Schritten. Da hielten wir uns nicht lange auf. Zu erwähnen ist der kleine Ort Tube Tube in der Engineer Gruppe. Ein traditioneller Ort, in dem wir sehr freundlich empfangen wurden.

 

Misima selbst ist nur für einen Kurzstop geeignet, eine kleine Mangrovenbucht, ein paar Geschäfte... das ist schon fast alles, was es im Hafen Bwagoia zu sehen gibt. Die große Mine auf der Insel hat das Leben dort total verändert, und nicht gerade zum Besseren. Alles sieht verwahrlost aus und die Stimmung dort ist eher deprimierend.

 

Von Misima ging es über die Solomon See nach Rabaul. Seit dem Vulkanausbruch ist nicht mehr viel über von Rabaul, denn ein Wiederaufbau findet nicht statt. Die Regierung gab den Geschäftsleuten Steuervorteile, wenn sie nach Kokopo, etwa 20 Kilometer entfernt, umzogen. Und dort spielt sich nun fast alles ab, von der Post bis zu den Supermärkten. Preise in New Guinea sind billig, Diesel halb so teuer wie in Australien. Die Auswahl in den Geschäften ist aber recht begrenzt. In Rabaul gibt es bei Shell an einer Dieselpier eine gute Möglichkeit, einfach zu tanken.  Rabaul mit seiner verwüsteten Kulisse und dem rauchenden Vulkan ist schon ein Erlebnis. Morgens wurden wir einmal von einem grossen Knall geweckt, als der Vulkan eine riesige Rauchwolke ausspuckte. An unserem letzten Abend in Rabaul ankerten wir direkt unter dem Vulkan... 

 

Ein paar Bemerkungen zum Tauchen: wir tauchen alle vier sehr gerne und haben Ausrüstung und Kompressor an Bord. Rabaul war vor dem Vulkanausbruch auch bekannt für das Wracktauchen direkt in der Bucht dort. Damit ist es im Augenblick vorbei. Bei den Wracks, die nicht vom letzten Ascheregen verschüttet sind, kann man trotzdem nicht tauchen, da das Wasser voller Schwebeteile ist, keine Sicht.

 

Dann waren wir auf den Duke of York Islands vor Rabaul, gute Ankerplätze, interessantes Tauchen an den zwei Panzern, die auf mysteriöse Weise auf nur ein paar Metern Wassertiefe aufrecht stehend und genau hintereinander auf dem Boden der Lagune endeten. Dies ist im Norden der Duke of Yorks und die Einheimischen zeigen einem gerne die genaue Stelle.

 

Jetzt war es November geworden, spiegelglattes Wasser und Windstille. Wir motorten die 150 Meilen nach Kavieng. Auch in Kavieng gibt es gute Versorgungsmöglichkeiten, Supermarkt, und Diesel an der Pier von Shell. Man liegt dort gut geschützt und die ganze Gegend ist wunderschön. Direkt am Wasser ist der Markt, sehr gut für Gemüse, Obst, Fisch usw. Wegen der berühmten Tauchplätze verbrachten wir zwei Wochen in den Gewässern um Neu Hannover. Das Tauchen hier ist sehr interessant. Es gibt einen komplett heilen und sehr gut erhaltenen Kate Dive Bomber mitten in der Hauptlagune und eine Reihe von Wracks im Norden von Neu Hannover, im Three Island Harbor. Dort tauchten wir unter anderem an einem japanischen Mini U-Boot und an einem grossen Frachter, der auf dreissig Metern Tiefe in zwei Teilen zerborsten liegt und die allerschönsten grossen Fächerkorallen zeigt. Die Menschen dort sind sehr freundlich und eher zurückhaltend. Man wird hier nicht von Mengen von Kanus belästigt. Ab und zu kommt jemand vorbei und bietet Früchte zum Verkauf an oder Langusten. Hier trafen wir auch einen Kanubauer, der uns zeigte, wie die dortigen Kanus aus einem grossen Baumstamm in einem Stück gebaut werden. Die dafür notwendigen Bäume kommen aus dem Inland von Neu Hannover und werden hier auf den vorgelagerten Inseln zu Einbäumen verarbeitet.

 

Am 11.12. verliessen wir Neu Guinea, klarierten aus Kavieng aus. Abschließend können wir sagen: prima, daß Neu Guinea direkt vor unserer Haustür liegt. Es ist eine riesige Inselwelt, die wir in den paar Wochen dort nur zu einem kleinen Teil erforscht haben. Die Leute sind wirklich freundlich, können fast alle ein wenig Englisch, und nehmen sich der Yachties an. Von Kriminalität haben wir nichts gemerkt. Die Probleme von denen man hört, scheinen in erster Linie am Festland zu sein und nicht auf den Inseln.

 

Mit einem überraschend hilfreichen Südwest (zumindest für die ersten zwölf Stunden) ging es in zwei Tagen zum Atoll Kapingamarangi. Die Einfahrt hat jetzt ein Blinkfeuer, ist S-förmig gewunden und unproblematisch trotz manchmal starker Strömung. Wir ankerten vor dem Dorf und bekamen problemlos vom Chief Magistrate die Erlaubnis dort zu bleiben solange wir wollten. Zum ersten Mal machten wir hier die Bekanntschaft der recht stillen Mikronesier. Während in Neu Guinea immer mal wieder ein Kanu zum Schiff kam, blieb es hier um uns herum recht still. Bis hin nach Palau machten wir immer wieder die gleiche Erfahrung: am ersten Tag bleibt es still ums Schiff, am zweiten auch, und oft auch am dritten Tag. Danach tauen die Menschen auf, und wenn man lange genug bleibt, kann man die allerengsten Freunde machen. Kapingamarangi ist ein Bilderbuch-Atoll mit einer Kette von Motus, einem traditionellen Dorf, vielen Fischen, Langusten auf dem Riff, und als wir dort waren, prima Wetter.

 

Bald ging es weiter nach Nukuoro. Wir liefen morgens dort durch den sehr engen aber tiefen Pass und ankerten vor dem Dorf. Hier erlebten wir nun eine Überraschung, das einzige negative Erlebnis in Mikronesien. Kaum war der Anker unten, kam ein Motorboot mit zwei Einheimischen längseits. Die schienen betrunken zu sein und bestanden fast aggressiv darauf, von uns Gewehre zu kaufen. Sie wollten mir nicht glauben, dass wir keine Waffen an Bord haben und fingen immer wieder von den Gewehren an. Dann sahen sie unsere Solarzellen und wollten die. Klaas und ich ruderten an Land und wurden schon vom hiesigen Assistant Chief Magistrate erwartet. Der klärte uns über ein paar dortige Regeln auf: es sei nur erlaubt, direkt vor dem Ort zu ankern, Scuba Diving sei verboten. Wir hatten immer noch Angst um unsere Solarzellen und fanden diese Begrüßung mit Verboten auch nicht so toll. Da waren wir nach einer Stunde schon wieder aus dem Atoll raus. Vielleicht hatten wir nur Pech. Nukuoro soll eigentlich ein Atoll mit sehr netten Leuten sein.

 

Unser nächster Stop war das Atoll Satawan, ein großes Atoll, zwanzig Meilen von Süd nach Nord. Der Hauptort von Satawan ist sehr westlich. Die Häuser sind aus Beton gebaut, es gibt Elektrizität.... und Müll. Wir wurden freundlich aufgenommen und erhielten auch vom Chief Magistrate problemlos die Aufenthaltsgenehmigung. Weihnachten feierten wir dann ankernd vor einer paradiesischen Palmeninsel, unbewohnt, ganz für uns alleine.

 

Ende Dezember liefen wir in Chuuk ein, Einklarierung im Hafen von Weno. Es sind in den letzten Jahren im T-O einige sehr gute Artikel über Mikronesien geschrieben worden, die uns sehr mit der Reiseplanung geholfen hatten. Im Hinblick auf die Bürokratie hat sich nicht viel verändert. Man braucht für die FSM, Federated States of Micronesia, kein Visum, aber ein Yacht Entry Permit. Dieses muss man sich besorgen, bevor man einreist. Wir taten das über Fax von Townsville aus und hatten in wenigen Tagen das Permit. Am besten schaut man wegen der jetzigen Faxnummer in den neuesten Reiseführer, z.B. Lonely Planet, Micronesia, oder sucht sich die Telefonnummer des Tourist Büros heraus, ruft an und fragt. Das sollte problemlos klappen. Aufhalten kann man sich auf allen Atollen, so wie wir es taten, vor der offiziellen Einklarierung. Man sollte dann beim jeweiligen Chief Magistrate des Atolls die Erlaubnis holen, die uns ja auch auf Nukuoro gegeben worden wäre. Eigentlich ein sehr einfaches System, das das Besuchen all dieser Atolle vor der offiziellen Einklarierung so problemlos erlaubt.

 

Und dann Chuuk... In einem Monat dort, war nur ein anderes Schiff außer uns da. Das war das T-O Schiff Windekind mit Alfons und Clara Klöck. 

 

Von Chuuk hatten wir Schlimmes gehört, bevor wir dort waren, und auch in letzter Zeit. Viele Yachten machen einen großen Bogen drum herum. Kriminalität, Schmutz... was immer. Viele haben von jemand gehört, der von jemand gehört hatte, dass... Wir waren darum drei Wochen lang alleine auf Chuuk. Wir haben Chuuk total anders erlebt. Die Einklarierung war einfach. Man muss im Hafen an die Mauer gehen, was leider $50.- kostet. Aber die Beamten sind relativ freundlich und hilfsbereit. Dann fährt man zum Blue Lagoon Hotel, wo man auf fünf bis zehn Metern Wasser vor dem Steg ankert. Dort kann man das Dingi sicher liegen lassen und per Taxi in den Ort fahren. Das kostet 50 Cents pro Person. Im Ort gibt es gute Einkaufsmöglichkeiten, aber alles aus den USA und entsprechend teurer als auf dem US Festland. Ja, Weno ist schon ein wenig "rough around the edges", Autowracks am Strassenrand, Löcher im Asphalt die aussehen, als wollten sie ganze Fahrzeuge verschlucken und ein endloser Verkehrsstau auf der Hauptstrasse des Ortes. Aber - die Menschen sind freundlich, die anderen Inseln des Atolls viel leerer, die Kulisse der bergigen Inseln ist spektakulär und..... dann ist da noch das Tauchen. So wie in Chuuk, oder Truk, haben wir es noch nie erlebt.

 

Im Februar 44 haben die Amerikaner in Truk eine große Flotte japanischer Schiffe versenkt. Es sind um die fünfzig Schiffe und etliche Flugzeuge dort versunken. Während an vielen anderen Orten die versunkenen Schiff gleich nach dem Kriege von den Salvage Companies "ausgeräubert" wurden oder sogar komplett als Schrott zerlegt und geborgen wurden, geriet die "Geisterflotte von Truk" ganz einfach in Vergessenheit. Zum ersten Mal wurde in den späten Sechzigern wieder eines der Wracks "entdeckt", und der deutsche Kriegshistoriker und Taucher Klaus Lindemann entdeckte die letzten Wracks erst in den 80ern wieder. Das Tauchen an diesen Wracks ist wie ein Besuch in einem Museum. Viele der Schiffe stehen aufrecht auf dem Meeresboden, unversehrt nach über fünfzig Jahren. Man taucht durch die Laderäume, wo man fast alles, was die Japaner je im Kriege transportierten, findet: Flugzeuge in zerlegter Form, Flügel, Motore, Munition, Ersatzteile, alte LKW's, Personenwagen, Panzer... die Liste ist endlos. Man taucht durch die Aufbauten, die Brücke, die Zimmer, Küche mit Kohleofen und oft noch Töpfen drauf, japanische Badezimmer - ein vergessenes Geisterland, wenn der Grund für das Hiersein all dieser Schiffe auch ein sehr tragischer ist.
In Truk darf niemand alleine bei den Wracks tauchen. Darum sind sie auch nicht ausgeplündert, sondern im Originalzustand, mit allen Artefakts an ihrem Platz. Man muss einen Guide an Bord haben. Unser Guide war ein ganz netter Kerl namens Carlos, der uns von Rea, einer Japanerin von Sundance Tours and Dive, vermittelt wurde. Das kostete uns US 50.- pro Tag. Wir hatten den Guide für 13 Tage angeheuert, das waren $650.- die wir nie bereuten ausgegeben zu haben. Die Wracks sind schwer zu finden und die Guides wissen Bescheid. Ein paar Worte der Warnung. Man ankert tief. Meist um die 30 Meter, bei einigen (den besten) Wracks aber auf bis zu 60 Metern. Wir gewöhnten uns eine sehr unkonventionelle Ankermethode an, nicht gerade altgediente und traditionelle Seemanschaft, aber es klappte. Hätten wir an unsere 75 Meter Kette Tau gesteckt, hätten wir wohl schwer zu ziehen gehabt, um gut 60 freihängende Meter hoch und dann auf das Kettenrad der Ankerwinsch zu bekommen. So ankerten wir quasi "rückwärts". Wir schlugen den Anker ab, machten 35 Meter Tau ans untere Ende der Kette plus zehn Meter Reservekette und Anker am Ende. Auf diese Weise konnten wir unsere 75 Meter 12mm Kette einfach durch die Winsch aufholen und hatten dann nur noch 35 Meter Tau plus 10m 10mm Kette und Anker unten hängen. Das war dann viel einfacher zu handhaben. Und dann die Tauchtiefen! Flache Wracks sind OK, runter bis auf 30-35 Meter Tauchtiefe. Die besten Wracks liegen aber tiefer. Wir tauchten öfter an der San Francisco Maru, einem etwa 120 Meter langen Frachter, gebaut in den Zwanzigern und zur Zeit des Krieges schon ein Oldtimer. Meine tiefste Tauchtiefe dort war 56 Meter, extra Flaschen am Strick vom Boot hängend sind zur Dekompression notwendig. Was man unten sieht, ist aber alle Mühe wert und kaum zu beschreiben. Das Wrack, aus dem tiefblauen Wasser auftauchend, ein fantastisch erhaltenes Museumsstück mit all der Fracht noch an Bord und der alten Dampfmaschine im Motorenraum. Auf einem Tauchgang stieß auf vierzig Metern Tiefe ein einzelner Delphin zu uns, der uns bis zum Schluss in Griffweite Gesellschaft leistete.

 

Ende Januar verließen wir Chuuk und segelten nach Yap über Stops auf den unbewohnten Atollen West Fayu und Olimarao, und dann auch auf der Insel Ifalik. West Fayu und Olimarao sind Atolle, wie man sie sich vorstellt, unbewohnt und einfache weite Pässe ohne große Strömung. Wir blieben dort für jeweils einige Tage, bevor es nach Ifalik weiterging. Ifalik, hatten wir gehört, sollte das traditionellste Atoll sein. Früh morgens standen wir vor der Einfahrt in den Pass von Ifalik. Fünf grosse Segelkanus hatten draußen gefischt und waren jetzt auf dem Weg nachhause. Zusammen kreuzten wir gegen die Strömung durch den Pass, Bilder wie vor hundert Jahren. Der Chief von Ifalik begrüßte uns herzlich. Er brachte uns ein Buch für Yachten zum Sich-Eintragen. Das erste Schiff hatte sich 1992 eingetragen, wir waren so ungefähr das zwölfte in sieben Jahren. Überrannt von Yachten wird die Insel nicht. Auch in Ifalik dauerte es wieder ein paar Tage, bis die Menschen ihre Scheu überwunden hatten. Dann wurden wir aber so richtig aufgenommen, fuhren mit den Segelkanus morgens zum Fischen raus und waren viel im Ort. Alles auf Ifalik ist heute noch so wie früher, dafür sorgt der Chief. Motoren, Generatoren, alles Neumodische ist verboten. Die Häuser sind nur aus traditionellen Materialien gebaut, ein Südseedorf wie im Bilderbuch, auch wenn es nicht gerade in der Südsee liegt. Einziger kleiner (oder besser gesagt "großer") Minuspunkt: Ifalik ist Teil des Staates Yap. Alle Chiefs der kleinen Inseln von Yap kommen im Council of Tamol zusammen und machen Politik. Vor einiger Zeit haben sie bestimmt, dass jeder Besucher einer Insel $20.- zu zahlen hat, ohne Ausnahme. So kostete der Besuch von Ifalik uns Vieren $80.-. Und eigentlich hätten wir auch für West Fayu und Olimarao zu zahlen gehabt, hätten wir erzählt, dass wir dort waren. Drum herum kommt man nicht mehr. Früher tat es ein Sack Reis, oder man reparierte etwas auf der Insel, heute gibt es keine Ausnahme mehr: US$20.- pro Person und Insel. Wir hatten das vorher gewusst, und regten uns nicht groß drüber auf, denn unser Besuch in Ifalik war schon toll.

 

Obwohl erst Mitte Februar, entwickelte sich doch während unserer Fahrt von Ifalik nach Yap ein Taifun nur 200SM nordöstlich von Yap. Er zog nach Nordosten davon, ohne uns groß zu stören, aber war doch ein Beweis dafür, dass in dieser Gegend Taifune auch in der "Off Season" auftreten können. Ganz anders als wir das von zuhause aus gewohnt sind.

 

Yap war dann auf seine Weise ein weiterer Höhepunkt unserer Fahrt. Ich hatte von Townsville zum Council of Tamol in Yap gefaxt (691-350-4271), um Informationen über die "Outer Islands" von Yap zu erhalten. Daraus hatte sich ein Freundschaftsverhältnis zu Joe Tiucheimal entwickelt, dem Sekretär des Councils of Tamol. Als wir einliefen stand Joe schon mit all den Offiziellen am Ufer bereit, und wir erledigten die Formalitäten in der Marina-Bar am Tisch auf der Terrasse. Wenn das Einklarieren doch immer so wäre! Uns wurde auch gleich erklärt, dass wir erst nach dem 1.März wieder lossegeln dürften, denn 1.März ist Yap Day.

 

Wir blieben zwei Wochen auf Yap, wanderten auf den alten Steinpfaden durch die Berge, genossen die traditionelle Gastfreundschaft und Aufnahme von Joe und seiner Familie und erlebten den Yap Day. An diesem Feiertag wird traditionell getanzt, nicht für Touristen, sondern als Wettbewerb zwischen den einzelnen Dörfern. Das sieht man nicht mehr so oft. Yap ist auch berühmt für die Manta Rochen im M'Il Kanal. Dort tauchten wir auf 20 Metern und "standen" regungslos an der Seite des Kanals, als sich ein, zwei Meter vor uns sechs große Rochen an einer "Cleaning Station" von den "cleaner fish" säubern ließen. Langsam schwebten sie um uns herum, berührten uns fast, verdunkelten über uns das Wasser. Britta schrieb ins Bordbuch: "my best dive ever!"

 

Ein kleiner Tip zum Tanken: in Chuuk tankten wir nicht. Diesel hätten wir über eine lange Strecke per Taxi und Kanister für US$2.20 pro Gallone heranschleppen können oder an der Hafenmole für US$2.35 plus US$25.- Hafengebühr. Das war uns zu teuer. In Yap hingegen gibt es eine neue Tankmöglichkeit bei Micronesian Fuels. Da kostet die Gallone nur 80 Cents! Dagegen bei Mobil Yap US$1.65. (Preise Februar 99)

 

Nächster Stop nach Yap ist Palau und das bringt uns zum Abschluss unserer Fahrt nach Westen. Einklarierung ist hier auch sehr freundlich und schnell. Leider aber teuer, doch das hatten wir im T-O Heft ja gelesen. Hier unsere Kosten: Entry Permit US 200.- (nur wenn man es sich im voraus besorgt, sonst das Doppelte), Water Tax $50.-, Fishing Permit $10.-, Cruising Permit $20.-, Diving and Visiting Permit Rock Islands $15.- pro Person. Das geht dann schon recht ins Geld! Der zweite Monat ist noch teurer, aber wir werden vorher nach Japan starten. Über Palau ist ja viel geschrieben worden. Auch uns hat es hier gefallen, doch der Rest von Mikronesien, der war schon beeindruckender. Palau, man liest immer wieder, dies oder jenes sei der beste Tauchgang der Welt, die weltbeste Unterwasserwand - das ist ganz einfach übertrieben. Auch hat das El Nino Jahr hier die Korallen recht angegriffen und weites "coral bleaching" ist die Folge. Oder sind wir vielleicht von zuhause her einfach zu verwöhnt vom Great Barrier Reef?

 

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